Bankett
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Hallo an Alle,

Wer noch nie das Vergnügen hatte an einem chinesischen Bankett teilzunehmen, dem wollen wir hier mal unsere Erlebnisse aus diversen Veranstaltungen schildern.

Zunächst ist natürlich die Sitzordnung besonders wichtig. Der Ehrengast sitzt rechts vom Gastgeber und mit dem Rücken zur Wand. Ihr müsst Euch dazu je nach Größe der Veranstaltung eine Vielzahl von runden Tischen vorstellen. In der Mitte der Tische sind Glasplatten auf denen dann die ganzen Köstlichkeiten, zumindest aus Sicht der Gastgeber, aufgetragen werden. Vor einem liegt dann immer ein kleiner Teller, ein Erfrischungstuch oder Waschlappen, sowie eine kleine Schüssel., dazu natürlich Stäbchen und ein chinesischer Löffel. Zu Trinken wird dann in kleinen Gläsern Rotwein ausgeschenkt (wobei Trinken eigentlich falsch ist. In der Regel muss man den Rotwein beim so genannten Ganbei dann runterschütten.)

Hier auf dem Bild könnt Ihr mal ein kleines Beispiel sehen. Allerdings war dies nur die Tafel für ein Abendessen zu dritt. Also kein Bankett im oben genannten Sinne.

So nach dem ganzen Vorgeplänkel geht es los. Der Gastgeber erhebt das Glas, alle machen mit und mit einem fröhlichen Ganbei wird der Rotwein vernichtet. Sofort wird durch eifrige Bedienstete nachgeschenkt und man greift zu den Stäbchen und bedient sich an dem was auf der Drehscheibe so vor einem steht. Offen gestanden manchmal möchte man sich nicht bedienen. Aber das wäre unhöflich. Also bleibt nur gute Laune und die Hoffnung, dass wenn man nur ein bisschen nimmt, endlich einer wieder an der Scheibe dreht. Wir hatten durch mehrere Reisen hier schon das ein oder andere vor uns stehen, von denen wir in Deutschland nur geträumt hatten :-) Uns wurde Kuhmagen. Ochsenfrosch, wirklich haarige Krabben und nun auch endlich Würmer angeboten. (Die Würmer waren im Vergleich zu den vorgenannten dann eigentlich ganz lecker und sind auf dem rechten Foto zu erkennen) Versteht mich nur nicht falsch. Die chinesische Küche ist recht vielfältig und wir haben hier auch wirklich leckere Sachen bekommen. Problematisch ist nur der Umstand das es hier üblich ist Huhn und Schwein klein zuhacken und nur ganzen Fisch oder Shrimps und Krebse mit Hülle zu servieren. Da ist man ohne Messer und Gabel ganz schön aufgeschmissen. Und die Kunst die Krabben im Mund auszupulen und die Schale auf die Servierte neben den Teller zu spucken haben Anette und ich noch nicht raus

Dazu wird permanent in Gruppen oder auch einzeln zum Ganbei aufgefordert. Und das beudeutet wieder mal hoch die Gläser und weg mit dem Zeug. Als Laowai ist man allerdings klar im Vorteil, da die Chinesen den Alkohol nicht ganz so gut vertragen. Dieser Umstand wird durch einen ganz miesen Trick ausgeglichen. Jeder Chinese stößt einmal mit einem an, und bei den Verhältnissen hier kommen dann locker solche 10 : 1 Ergebnisse raus. Glücklicher weise dauern diese Banketts in der Regel nur rund 2 Stunden. Danach noch der letzte Ganbei durch den Gastgeber und alle verlassen fluchtartig das Bankett. Das ist für uns Europäer jedes Mal wie ein Schlag. Allerdings auch kein Vergleich zu dem Schock, der auf einen zukommt, wenn besonders in großen Bankett mittendrin das Unterhaltungsprogramm mit Publikumsbeteiligung startet.

Auf unserer Händlertagung war es dann soweit ich mutierte zu Balou dem Bär.  Nachdem ich den ersten Versuch, mich zum Paartanz durch Banbusstangen zu überreden, durch Ausreden wie alte Kriegsverletzung und anderes abwehren konnte, war ich diverse Rotweine später hilf- und willenlos als aufgestachelt durch meinen Kumpel Hu eine zuckersüße kleine chinesische Tänzerin mir ein rotes Samtherz umhängte und den folgenschweren Satz in mein Ohr hauchte "Please follow me"

Unter der wohlwollenden Anerkennung meiner chinesischen Kollegen und zur Belustigung meiner deutschen Expats folgte ich brav der Tänzerin. Dabei bewegte ich in meiner unnachahmlicher Grazilität die Hände wie eine indische Tempeltänzerin. Nachdem wir mehrere Runden auf den Bühne drehten (in denen noch diverse meiner Expatkollegen mitmachen mussten) sind wir zum Schluss Polonäsetechnisch durch den nahezu gesamten Raum getänzelt. (es was ein Bankett für über tausend Menschen und entsprechend groß war der Raum) Mein Freund Thomas hat die Momente für die Nachwelt festgehalten und zur Belohnung durfte er später noch ein chinesisches Volkslied zusammen mit einer Sängerin darbieten (Hat er übrigens super gemacht)

 

 

Zuletzt aktualisiert am : Samstag, 18 September 2004  Fragen zur Homepage bitte an Webmaster@anette-harald.de